Die Bramscher Nachrichten berichten über die Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Bramsche. Den Originalartikel können Sie hier lesen.

“Es war ein verhältnismäßig ruhiges Jahr”, sagt der Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Bramsche-Mitte, Jörg Ludwigs im Rückblick auf 2019 – dabei ist die Zahl der Brandeinsätze recht deutlich gestiegen. Wie passt das zusammen?

In 70 Fällen sind die Ehrenamtlichen der größten von insgesamt acht Bramscher Ortswehren zu Brandeinsätzen gerufen worden, 2018 waren es nur 52. “Was uns zu schaffen gemacht hat, das waren viele Flächenbrände, kleinere und größere”, erklärt Ludwigs. Die erste Alarmierung dieser Art gab es bereits im Februar 2019. “Da hat jemand beim Grillen seine Hecke in Brand gesetzt”, erinnert sich Ludwigs durchaus schmunzelnd. 

Wetterextreme als Herausfordernung

Herausfordernder aber waren da schon einige Feldbrände im Sommer, beispielsweise in Pente, wo die Bramscher Wehr zusammen mit der dortigen Ortswehr aktiv war. “Diese Feuer breiten sich extrem schnell aus und drohen zuweilen auch auf Häuser überzugreifen”, schildert Ludwigs. In Zeiten der Trockenheit würde zudem die Löschwasserversorgung zunehmend zum Problem. Landwirte hätten im abgelaufenen Jahr mit Wasser gefüllte Gülleanhänger zur Verfügung gestellt. “Das war eine große Hilfe”, lobt Ludwigs. Ausgeweitet werden solle künftig aber die Zahl der Entnahmestellen, um noch ein größeres Reservoir zu haben. “Eigentlich bedienen wir uns ja auch am Trinkwasser. Aber der Wasserverband hatte ja schon Mühe mit der Abgabe in das Leitungsnetz, auch ohne dass das noch die Feuerwehr was entnommen hat”, so der Ortsbrandmeister. Insgesamt, so meint Ludwigs, würden die Feuerwehren immer stärker durch Wetterextreme gefordert. “Zwei Jahre hatten wir immer wieder Unwetter mit Starkregen, jetzt zwei Dürre-Sommer”.

Zu den 70 Alarmierungen wegen Feuers kamen 26 “nachbarschaftliche Brandeinsätze” in angrenzenden Kommunen. So war die Hilfe der Bramscher auch beim Großbrand eines Legehennenstalls in Neuenkirchen-Vörden oder beim Brand einer Schule in Hollage gefragt. Hinzu kamen Technische Hilfeleistungen bei Unfällen, beispielsweise zur Rettung von Unfallopfern aus Fahrzeugen auf der Autobahn zusammen mit der Ortswehr Engter oder bei einem schweren Unfall auf der B 68 in Hesepe. “Physisch und psychisch belastend” seien derlei Einsätze oft für die Ehrenamtlichen, sagt Ludwigs. Dasselbe gelte, wenn die Feuerwehr gerufen wird, um Türen zu Wohnungen zu öffnen, hinter denen hilflose oder im schlimmsten Fall bereits verstorbene Personen vermutet werden.

Jugendwehr wächst

Freude bereitet Ortsbrandmeister Ludwigs die Jugendfeuerwehr, die mit mittlerweile 29 Jungen und Mädchen “aus allen Nähten platzt”. Derzeit ist diese Gruppe einzig bei der Feuerwehr Bramsche-Mitte angesiedelt für Jugendliche aus ganz Bramsche. Überlegt werde laut Ludwigs, eine zweite Jugendwehr ins Leben zu rufen, “dann bei einer anderen der größeren Ortswehren in der Stadt”. Das Thema könne womöglich im zweiten Halbjahr 2020 angegangen werden.

Was die Bramscher Kameraden hingegen schon jetzt beschäftigt, ist ihr Feuerwehrhaus an der Osnabrücker Straße hinter dem Polizeikommissariat. “Wir haben schon einiges renoviert und umgestaltet, das weitet sich aber nach und nach zu einem Großprojekt aus”, meint Ludwigs. Vor allem werde der Platz immer knapper durch die Einrichtung geschlechtergetrennter Umkleiden und durch eine notwendige “Schwarz-Weiß-Trennung”. Dabei geht es darum, im Einsatz getragene und möglicherweise kontaminierte Kleidung von der übrigen getrennt zu halten. Für die Lagerung und Wartung von Atemschutzgeräten musste zudem ein zweiter Raum eingerichtet werden.

Platzprobleme

Und auch die Fahrzeuge würden immer größer, und das nicht nur in der Breite: “Unser neues, gerade erst ausgeliefertes Tanklöschfahrzeug hat eine Höhe von 3,35 Metern. Da ist noch sieben Zentimeter Luft nach oben, sonst würden wir es nicht mehr durch das Tor in die Halle fahren können”, macht Ludwigs deutlich. Auf längere Sicht müsse über den Neubau eines Feuerwehrhauses nachgedacht werden. Denn: “Erweiterungsmöglichkeiten gibt es im jetzigen Gebäude nicht.”


Ehrungen und Beförderungen gab es ebenfalls auf der Jahreshauptversammlung (vordere Reihe von links nach rechts): Jonas Schuckmann (Feuerwehrmann), Thore Riegert (Hauptfeuerwehrmann), Michael Vullbrock (Gerätewart), Philipp Schinke (Hauptfeuerwehrmann), Fabian Schlüter (Oberfeuerwehrmann), Thomas Jünger (Löschmeister), Stadtbrandmeister Wilfried Menke, stellvertretender Ortsbrandmeister Bastian Heuer (Feuerwehrehrenzeichen für 25-jährige Mitgliedschaft im Feuerlöschwesen), Matthias Mattern (Feuerwehrmann). Hintere Reihe (von links nach rechts): Markus Leske (Zugführer 2. Zug), Marcel Legler (Löschmeister), Marc Piwinski (Feuerwehrehrenzeichen für 25-jährige Mitgliedschaft im Feuerlöschwesen), Karsten Pösse (stellv. Zugführer 2. Zug), Ortsbrandmeister Jörg Ludwigs, Keith Livermore (Zugführer 1. Zug und Feuerwehrehrenzeichen für 25-jährige Mitgliedschaft im Feuerlöschwesen), Nils Kramer (Feuerwehrmann), Jens Hallmann (stellvertretender Zugführer 1. Zug).
 
Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Bramsche- verhältnismäßig ruhig

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